Donnerstag, den 11. Februar 2010 um 15:11 Uhr
Die Realisierungsphase der Einzelmaßnahmen im Rahmen der Leitinitiative „E-Government-Referenzstädte“ geht nunmehr in das zweite Jahr. 2009 konnte das Projekt bereits durch gezieltes Marketing und entsprechende Pressearbeit stabil in der Österreichischen E-Governmentlandschaft verankert werden und ist auch in der öffentlichen Rezeption bereits bekannt.
Wie groß das Interesse der Mitgliedsstädte des Österreichischen Städtebundes am Projekt ist, zeigt auch die Tatsache, dass Wolfsberg, die drittgrößte Stadt in Kärnten, 2009 um Aufnahme in den Kreis der Referenzstädte gebeten hat, sodass nunmehr bereits 17 Referenzstädte und die Referenzregion Kärnten an der Umsetzung der zahlreichen E-Government-Maßnahmen beteiligt sind.
In diesem Bereich wurde eine WAI-Evaluierung der kommunalen Websites sowie der Formularangebote durchgeführt und detaillierte Ergebnisberichte an die teilnehmenden Städte versandt. Weiters stand der Aufbau einer standardisierten Schnittstelle des E-Formular-Services „amtsweg.gv.at“ zu kommunalen Fachanwendungen (ÖKOM, SER-DOMEA; Acta Nova) im Mittelpunkt der Maßnahmen.
Für all jene Städte, die eine Überarbeitung ihrer Webauftritte planen, wurde eine barrierefreie und für die Referenzstädte kostenlose Kommunale Musterwebsite aufgebaut, die als Basis für einen Relaunch dienen kann und bereits in mehreren Referenzstädten eingesetzt wird. Weiters wurde den Städten ein - gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt erstellter - Leitfaden zur HELP-Content-Syndizierung und Support für die Integration des über diesen Service zur Verfügung gestellten Inhalts angeboten.
Im Bereich des elektronischen Posteinganges wurden Erhebungen von Eingangspost-Volumina und -typen durchgeführt, die in ein bereits erstelltes Konzept für ein „Digitales Posteingangsmanagement“ einfließen, welches anschließend an die Referenzstädte versandt wird. Ein Showcase zum „Digitalen Posteingangsmanagement“ mit Scanner-Software und Hardware-Integration wird bereits am Beispiel des kommunalen ELAK „Acta Nova“ aufgebaut. Weiters wurde ein Erweiterungsmodul zur Erfassung und Verwaltung von Bürgeranliegen entwickelt.
In den Bereich "Eingangskommunikation" fallen auch elektronische Formulare. Im Rahmen des Arbeitspaketes "Aufbau von E-Formularen" wurden den Referenzstädten aufgezeigt, welche kostenlosen bzw. kostengünstigen Möglichkeiten für den Aufbau bzw. Ausbau von kommunalen E-Formularangeboten zur Verfügung stehen.
Elektronischer Versand ermöglicht den Städten und Gemeinden große Einsparungen bei der Abwicklung der Ausgangspost. Zur Berechnung des tatsächlichen Einsparungspotentials wurden Erhebungen zu Volumen und Qualitäten der Ausgangspost in den Referenzstädten durchgeführt, deren Ergebnisse im ersten Quartal 2010 zur Vergügung gestellt werden. Parallel dazu wurden Verhandlungen über Sonderkonditionen für die duale Zustellung im kommunalen Bereich geführt und exklusive Konditionen für teilnehmende Städte erreicht. Ein 2009 erstellter Leitfaden für Marketingmaßnahmen zur Erhöhung der Quote von elektronischen EmpfängerInnen wird Städten, welche die elektronische Übermittlung und die duale Zustellung einführen wollen, als Unterstützung zur Verfügung stehen.
In diesem Bereich wurden 2009 Vor-Ort-Ausbildungen von MitarbeiterInnen der Referenzstädte zu „Registration Officers“ (ROs) für die Registrierung der E-Card als Bürgerkarte durchgeführt. Die zu RegistratorInnen ausgebildeten MitarbeiterInnen der Kommunalverwaltungen können nun selbst in ihrer Gemeinde E-Cards von BürgerInnen mit qualifizierter Signatur versehen.
2009 wurden zahlreiche Schulungen im Bereich „E-Government“ (in Zusammenarbeit mit der Verwaltungsakademie des Bundes) direkt in den teilnehmenden Referenzstädten abgehalten und fanden großen Anklang. Die Initiative wird 2010 weitergeführt.